Uni Struktur

Uni Struktur

Die Struktur der Universität

Die Universität hat eine Organisationsstruktur. Weiß eins über diese Bescheid, kann das helfen, so einige Hebel einfacher in Bewegung zu setzten.

Die kleinste Organisationseinheit, die für uns eine Rolle spielt, sind die Institute. Sie fassen meist mindestens zwei Studien und denen zugerechnete Stellen (Profs, wissenschaftliche Mitarbeiter_innen, Bürokräfte etc.) zusammen. Jedes Institut hat eine_n Leiter_in (meistens sind das Männer, wunder oh wunder  😉 ).
Institute haben grob gesagt zwei große Aufgaben: Forschung und Lehre.
In Österreich gibt es einen Dualismus dieser beiden Aufgaben – alle Angestellten die das eine (Lehre) machen, machen das andere (Forschung oder vice versa) auch. Dabei müssen Institute Leistungsvereinbarungen erfüllen, in denen ihr Budget (eben nach Leistung) festgelegt ist. Natürlich will jedes Institut vor allem ein hohes Budget für Forschung, weil die Leistung eben hauptsächlich an dieser gemessen wird. Das ist für uns Studierende ein problematischer Umstand, denn was wir vor allem in den BA und MA Studien brauchen ist eine qualitativ hochwertige Lehre.

Institute sind meist mit anderen artverwandten Instituten in Fakultäten zusammengefasst. Fakultäten haben auch eine Leiter_in, diese heißt Dekan_in (wieder meist Männer. Schaut wie eine gängige Regel aus). Außerdem gibt es auf Fakultäten in Innsbruck immer eine Fakultätsstudienleiter_in (FSL). Diese_r kümmert sich um die Studienangelegenheiten.
Das bedeutet meist: Anrechnung von fakultätsfremden Lehrveranstaltungen (LVen), Klärung von prüfungsrechtlichen Beschwerden, Mitsprache in der Curriculumskommission usw. Die_der FSL kann für die Institute Studienbeauftragte bestellen. Diese übernehmen dann teilweise die Aufgaben der FSL.

Die_der FSL ist meist eine der Hauptansprechpersonen für StVen, FStVen und Studierende in allen Studienangelegenheiten.

Alle Fakultäten zusammengefasst, gemeinsam mit verschiedenen bürokratischen Stellen, der USI, dem ISI etc etc etc ergeben die Universität. Diese untersteht dem Rektorat, das aus eine_r Rektor_in (meist Männer, aber das hast du dir vermutlich schon gedacht?) und bis zu vier Vizerektor_innen besteht. Diese teilen sich die inhaltlichen Aufgaben wieder auf. Das Rektorat wird alle fünf Jahre von zwei Gremien gewählt/bestellt.

Diese beiden spielen dabei eine wichtige Rolle: Der Senat erstellt aus allen Bewerber_innen einen Dreiervorschlag aus dem der Unirat schlussendlich einen Rektor auswählt. Welcher wiederum Vizerektor_innen vorschlägt die der Senat bestätigt oder nicht.

Der Senat der Uni ist für uns Studierende eines der wichtigsten Gremien. Hier arbeiten die politischen Fraktionen in der ÖH meist eng zusammen. Wir Studierenden stellen nur ein Viertel der Mitglieder des Senats, obwohl wir die größte Gruppe an der Uni sind.

Der Unirat ist ein Gremium das zur Hälfte vom Senat und zur anderen Hälfte vom Ministerium für Wissenschaft beschickt wird. Eines der Mitglieder wählt der Unirat selbst. Der Unirat ist so etwas wie ein Aufsichtsrat für die Universität. Hier sind keine Studierenden vertreten, was wir stark kritisieren. Der Unirat hat sehr viel Macht, vor allem was das Budget und die Bestellung des Rektorats angeht. Die Interessen der Studierenden spielen hier leider oft eine untergeordnete Rolle.

Das Rektorat verhandelt für die Universität mit dem Ministerium Leistungsvereinbarungen aus, die das Budget der Uni bestimmen. Diese sind stark von wissenschaftlichen Benchmarks bestimmt, was die Lehre leider oft leiden lässt. Außerdem wird paradoxerweise die Drittmittellukration mit noch mehr Budget vom Ministerium belohnt. Studienrichtungen die da Probleme haben (Das Rektorat gibt den Druck ja an die Institute und diese wiederum an ihre Profs weiter), werden oft doppelt geschröpft. Geisteswissenschaftliche Studienrichtungen betrifft das z.B. sehr häufig. Das ist eine Ungleichbehandlung, die solange aufrecht bleibt, wie versucht wird, aus allen Studien ein marktkonformer Gewinn zu schlagen.

Universitäten sind „autonom“. Aber nur zum Schein. Tatsächlich bedeutet die Univerisitätsautonomie mehr oder weniger nur, dass die Unis mehr Verantwortung für Probleme wie Unterfinanzierung zu tragen haben, aber noch immer vom Ministerium Dinge diktiert bekommen.

 

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