Unsere Redebeitrag zur Trauerfeier um das Wissenschaftsministerium

Liebe Trauergemeinde, liebe Studierende,

Die Eingliederung des Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung ins Wirtschaftsministerium stellt den bisherigen Tiefpunkt der österreichischen Uni-Politik dar. Als PUFL-GRAS und als Studierende werden wir das nicht Widerspruchslos hinnehmen.

Die Regierung und politischen Parteien bekennen sich stets zur Hochschulbildung. Aber die Bildungspolitik der letzten Jahre zeugt von der immer größeren Exkludierung vom größten Teil der Bevölkerung, einer Elitenbildundung, von einem Fokus auf Marktkonformität und Verwertbarkeit

Begonnen hat es mit der Einführung der Studiengebühren und den UG 2002 durch die Schwarz-Blaue-Koalition. Finanzschwachen Menschen wurde der Zugang zur freien Bildung vehement erschwert. Die Kluft zwischen Arm und Reich wuchs noch weiter und wurde einbetoniert.

Mit Bologna kam die Verschulung. Pflichtfächer, Anwesenheitspflicht und Voraussetzungsketten. Besonders im Bereich der Geisteswissenschaften geht es nur mehr um Scheine, Scheine, Scheine. Selbstständiges Denken ist unerwünscht.

Mit Töchterle versuchte die ÖVP die Universitäten noch weiter zu einem Unternehmen verkommen zu lassen. Aus den wahnwitzigen Ideen von „autonomen Studiengebühren“ wurde ein Verfassungsbruch, aus der überbürokratischen Voranmeldung wurde ein Flopp.

Leittragende sind nicht nur wir Studierende, sondern auch alle Angestellten bis hinauf zum Rektorat. Über Leistungsvereinbarungen und Mangelwirtschaft wurden sie zur Umsetzung genannter Maßnahmen gezwungen.

Der jetzt unterschriebene Koalitionsvertrag bedeutet vor allem eines: BILDUNGSÖKONOMISIERUNG. Beschränkung der Studienplätze, kein zusätzliches Geld und der Einfluss der Wirtschaft über Drittmittel. Das ist Neoliberalismus in Reinform!

Die Folgen einer solchen Politik: Wirtschaftskrisen, der gravierende Anstieg der Arbeitslosigkeit, vor allem unter jungen Menschen und eine Vergrößerung der sozialen Armut. Die Stimmenzuwächse rechtspopulistischer und nationaler Parteien und der Anstieg des Rassismus in Europa folgen auf dem Fuß.

Während andere Staaten versuchen dieser gesellschaftlichen Entwicklung mittels freier und allen zugänglicher Bildung entgegen zu wirken betreiben SPÖ/ÖVP eine Bildungspolitik der Visionslosigkeit, Elitenbildung und Ausgrenzung.

Die Bildung soll rein dem Ideal der Nutzmaximierung, rein an Arbeitsmarktinteressen ausgerichtet werden. Die individuelle Entwicklung jedes und jeder Einzelnen soll nicht nur erschwert, sondern vollständig der Logik des Marktes angepasst wird. Bildung soll einzig und allein nur mehr der Anhäufung von Kapital dienen.

Bildung ist jedoch mehr. Bildung ermöglicht Menschen ihr gegebenes Potenzial in allen Bereichen der Gesellschaft abzurufen. Bildung ermöglicht es Menschen, egal welcher Herkunft, welcher Religion oder politischen Einstellung sich aktiv einzubringen und gesellschaftliche Differenzen zu überwinden. Bildung ermöglicht es sich selbst zu verwirklichen und auch Interessen abseits des Marktes zu berücksichtigen. Bildung trägt zu einer vielfältigen und lebenswerten Gesellschaft bei.

Wir als Pufl-GRAS wollen daher ein aktives Zeichen setzen:

Freie und allen zugängliche Bildung,

Für das Bekenntnis zur Hochschulpolitik

Für die Ausfinanzierung der Universitäten

Für ein eigenes Wissenschaftsministerium

Für eine bunte, vielfältige Universität und Gesellschaft ohne Ausgrenzung und Rassismus

WIDERSTÄNDIG UND LEBENDIG,

EURE PUFL-GRAS

 

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