Lernzone Neue Mensa – warum geht das schief?

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Es ist die Zeit im Jahr angebrochen, in der der Kampf um einen Platz auf der Bibliothek um 8 Uhr früh entschieden wird. Natürlich gibt’s dazwischen auch noch Plätze, aber der Zeitaufwand ist groß. Damit ist für mich die Zeit für einen Lokalaugenschein in der „Lernzone“ der ÖH Innsbruck gekommen. Und die ist – irgendwie hab ich das auch erwartet – leer. Die neuen Tische und Stühle im EG des Bruno-Sanders-Haus hingegen sind meist voll. Warum lockt die neue Mensa des Nachmittags dann nicht mehr Menschen an? Ich will versuchen das kritisch zu hinterfragen.

Infrastruktur
Ja sonderlich arbeits- und lernfreundlich ist die neue Mensa ja nicht. Dafür ist sie ja auch nicht eingerichtet worden. Im ganzen Saal sind ca. 6 Steckdosen. Ein durchschnittlicher Laptop ist nach 2h ladebedürftig. Und heutzutage braucht es einfach für Gruppenarbeiten und auch fürs Lernen Laptops. Kein Strom – kein Mensch. Mit vielen Multi-Steckern wäre es getan, hat auch kaum Investitionskosten. Versteh ich also nicht. Immerhin wurde das als DIE Lernzone beworben.

Lage
Mensch sollte meinen, die Neue Mensa liegt gut. Tut sie aber nicht. Räumlich ist sie nur für Menschen die auf Hauptuni und GeiWi studieren relevant – grad wenn mensch 1 – 2 LVen am Tag hat. Und dann hat sie a) keine Bücher im Haus b) kein gutes Café bzw. c) Imbiss.
Ja klar, das ist alles nur 5 Minuten entfernt, nur sind Studis keine Maschinen und auch bei mir unterbricht so ein kleiner Spaziergang meine Konzentration nachhaltig.

Uhrzeit
Believe it or not. Studis sind (offensichtlich?) KEINE Langschläfer_innen. Die Bibliotheken sind um 8:15 voll. Und wer regelmäßig flyert, weiß, dass zwischen 11 und 15 Uhr weitaus am meisten weggeht. Vormittags ist die Uni voller als Nachmittags. Das liegt an den LVen, aber nicht nur. Die Lernzone aber öffnet (offiziell) erst NACH dem Mittagessen. Da kommt auch keine_r mehr. Und die Menschen, die Nachts einen Arbeitsplatz brauchen haben auch kein Glück. Da ist schon wieder zu.

Gewöhnungseffekte, Bewerbung, Faulheit, Stille, etc
VLt gewöhnt es sich ein. Kann ja sein. Werden wir sehen?
Vlt wurde sie nicht genug beworben – aber das glaub ich nicht. Bei der Intensität mit der die ÖH ihre Erfolge verkaufen will, weißt vmtl auch jede_r Professor_in davon.
Studis sind faul – aber nicht so faul.
In der Lernzone ist es nicht leise – dieser Irrglaube wird sich halten!
Alle Gründe hier halte ich nicht für so relevant wie die ersten drei Absätze

Fazit:
Bei der Lernzone wurde mal wieder grad um 3 Schritte zu kurz gedacht.
A) Braucht es Laptop-Tauglichkeit
B) Ist die Bibliothek&Uni vmtl mehr als nur ein Lernort
C) Werden Stoßzeiten und wichtige Randzeiten genau NICHT abgedeckt

Im Endeffekt wir die Evaluation negativ sein und das Projekt eingestampft. Lernplätze sind auch Uni-Angelegenheit, wenigstens meiner Meinung nach. Aber mit dem Projekt hat sich die ÖH auch ihrer eigenen Argumentationsgrundlage entzogen. Schade!

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