Kürzung der Familienbeihilfe ist ein Skandal!

Budgetkonsolidierung auf Rücken der Studierenden muss gestoppt werden!

Läppische 80 Millionen mehr decken gerade einmal die Inflation ab, die Streichung der Familienbeihilfe trifft insbesondere die sozial schwächsten Studierenden, welche ihr Studium erst später abschließen können. ÖVP und SPÖ setzen damit StudentInnen ab dem 24.Lebensjahr finanziell noch stärker unter Druck.

„Das österreichische Bildungssystem ist ohnehin bereits eines der sozial Selektivsten im
internationalen Vergleich. Die Kürzungen bedeuten eine massive Existenzbedrohung für die betroffenen Studierenden!“, empört sich Marie Fleischhacker von den Grünen und Alternativen StudentInnen (GRAS).

„Anscheinend ist es der ÖVP ein Anliegen, Studierenden Steine in den Weg zu legen. Die SPÖ fällt wieder einmal um und sieht zu, wie die Schwächsten zur Kassa gebeten werden“, so Fleischhacker weiter. Die GRAS fordert die sofortige Abschaffung der Studiengebühren und ein klares Bekenntnis zur finanziellen und sozialen Absicherung der
Studierenden.

„Es wird Zeit für breite Proteste gegen diesen Sozialabbau der Regierung! Einsparungen bei Bildung betreffen nicht nur StudentInnen und führen zur Unmündigkeit der Gesellschaft. Wir rufen SchülerInnen und Eltern auf, sich der Protestbewegung anzuschließen!“, schließt Fleischhacker.

Definier mal AntiFa…

Faschismus findet sich in unterschiedlichsten Formen, die von unterschwellig artikuliertem Antisemitismus über nationalistische und rechtsextreme Organisationen bis zu offen zur Schau getragenem Neonationalsozialismus reichen, im täglichen Gesellschaftsleben Österreichs.

Wie wichtig antifaschistische Aktionen und ein gesellschaftspolitisches Engagement gegen Rassismus und Ausländerfeindlichkeit heute sind, zeigt sich nicht nur an den Wahlerfolgen der extremen Rechten in Deutschland, sondern auch hier in Österreich wurden durch die Regierungsbeteiligung einer rechtspopulistischen Partei viele faschistoide Einstellungen wieder salonfähig.

Angesichts der rechtsideologischen Stimmungsmache von Medien und der Menschenfänger nationalistischer Gruppierungen, die immer besser organisiert sind, scheint der Kampf gegen Menschenfeindlichkeit und Intoleranz beinahe aussichtslos. Die Antwort darauf kann nur in gelebter Toleranz und Nächstenliebe liegen, dennoch ist offener und lauter Protest notwendig, wo immer sich die Fratze des Faschismus blicken lässt.

Definier mal Gesellschaft…

„Die Menschheitsgeschichte begann mit einem Akt des Ungehorsams, und es ist nicht unwahrscheinlich, daß sie mit einem Akt des Gehorsams ihr Ende finden wird.“ — Erich Fromm

Veränderung ist Grundlage einer funktionierenden Gesellschaft, und es wird immer wichtiger alternativen Ideen eine Plattform zu geben.

Während wir Zeugen der Entstehung einer Ellbogengesellschaft, dem Ausverkauf der sozialen Systeme und der gnadenlosen Ausbeutung der Natur werden, sitzt der Großteil der Menschen in der sogenannten „ersten Welt“ auf dem Sofa, und bemüht sich, angesichts der Tatsachen die Live ins Wohnzimmer geliefert werden, nicht zu verzweifeln.

Alternative Lebensweisen, Diskussion von Problemlösungsansätzen mit anderen Menschen und Einsatz für politische Ziele können eine andere Möglichkeit darstellen, der gesellschaftlichen Realität zu begegnen und vielleicht ändert sich dadurch sogar noch was zum Besseren.

Die Unsichtbaren

Lesben und Schwule an der Uni
Es gibt sie, aber kaum eine/r sieht sie. Homosexualität hat auf der Uni keinen Raum. Laut einschlägigen Statistiken sind 10 bis 15% der Bevölkerung homosexuell. Da aber viele Lesben und Schwule sich nicht outen, sind diese Zahlen ungewiss. Heterosexualität ist eigentlich auch nicht sichtbar, aber nur deswegen, weil diese immer und überall vorherrscht, somit nicht auffällt und weder reflektiert (noch hinterfragt) wird. Heterosexualität ist Normalität und braucht nicht extra erklärt zu werden. Damit sind wir mitten im Diskurs.

Der Zwang zur Heterosexualität
Einerseits wollen Lesben und Schwule ganz normal sein, wie alle anderen auch, aber sie sind anders. „Anders” ist jedoch, auch entgegen der Meinung vieler, keine Wertung, und schon gar nicht bedeutet es krank. Andererseits ist es so, dass Lesben und Schwule ihre sexuelle Präferenz kaum öffentlich zeigen bzw. zeigen können. Denn in der Öffentlichkeit gilt immer noch „in dubio pro hetero”. Es ist immer noch ein faux pas einen heterosexuellen Menschen fälschlich der Homosexualität zu „beschuldigen”. Das zeigt, dass es eine Wertung gibt. Homosexuelle müssen ihr Anders-Sein erklären und rechtfertigen. Im Uni-Alltag verschweigen und verleugnen Lesben und Schwule meist ihre sexuelle Orientierung, um nicht ungerechtfertigten Angriffen und Diskriminierungen ausgesetzt zu sein.

Identitätslosigkeit?
Oftmals tun Homosexuelle so, als könnten sie ihre Sexualität von sich in der Öffentlichkeit abspalten, um nicht aufzufallen. Das erweckt den Anschein, als würde die sexuelle Orientierung nicht zur Person oder zur Identität gehören. Kann sie/er einen Teil ihrer/seiner Persönlichkeit also einfach in den Schrank sperren, wenn sie/er auf die Uni geht? Sätze wie: „Das ist nur privat wichtig.” oder „Es ist mir lieber, wenn die KollegInnen, Lehrenden nichts wissen.” verschleiern die gesellschaftliche Problematik, die dahinter steckt.

Ein Schritt vor – zwei zurück
Die Auseinandersetzung mit der eigenen Identität, die Akzeptanz des eigenen Anders-Seins und schließlich das Annehmen der eigenen Homosexualität fällt nicht leicht und kann Jahre dauern, in denen die eigenen Gefühle sogar bekämpft werden. Manche versuchen mit aller Gewalt in heterosexuellen Begegnungen oder Beziehungen glücklich zu werden – und quälen sich damit selbst. Schließlich werden auch Homosexuelle heterosexuell erzogen. Der Schritt hinaus ist die nächste Hürde. Kommen dann noch Ablehnung und Ignoranz von außen, wird das Leben für viele zur Qual. Wer erfährt es? Das Versteck-Spiel läuft. Die gesellschaftlichen Bedingungen erschweren zusätzlich die Identitätsfindung. Oft verstecken Homosexuelle die eigenen Gefühle hinter Aussagen wie: „Ich hab noch nicht die Richtige/den Richtigen (Heterosexuelle/n) gefunden.”, „Sex ist nicht so wichtig.” oder „Nur der Mensch zählt.” Nicht selten wollen Lesben und Schwule nach gescheiterten homosexuellen Beziehungen aus Verzweiflung heterosexuell werden, womit sie sich nur selbst betrügen und bestrafen, weil es nicht funktioniert.

Die neuen (homosexuellen) Gefühle, die auch eine Änderung der Lebensweise und Identität mit einschließen würden, können nicht in die schon bestehende Selbstsicht integriert werden. Das führt in Folge auch zu Selbstverleugnung und destruktiven Verhaltensmustern. Ebenso besteht die Möglichkeit, dass die ständigen Konflikte zwischen Begehren und Selbstsicht im Extremfall psychosomatische Erkrankungen auslösen, ohne dass dies den Betroffenen bewusst wird. Es ist eben einfacher, heterosexuell zu sein – oder zumindest so zu tun, als wäre man es. Denn das Verabschieden von einer Normalbiographie fällt vielen nicht leicht. Nicht für alle Homosexuellen ist das Wissen um ihr Lesbisch/Schwul-Sein eine Befreiung. Schließlich ist ab dem Zeitpunkt des Erkennens der eigenen Homosexualität alles anders. Sie/er ist nicht mehr die/der Gleiche wie vorher und es gibt kein Zurück mehr – auch, wenn viele sich das wünschen. Die Auseinandersetzung mit der eigenen Sexualität wäre wichtig – für alle – aber auch Lesben und Schwule drücken sich gerne vor Selbstreflexion.

Luxusartikel Kultur

Kulturinteressierte Studierende haben’s in Innsbruck aus mehreren Gründen nicht leicht.

Findet sich durch Zufall eine Location, die das Wort Studierendenermäßigung in ihrem Wortschatz aufgenommen hat und diese auch praktiziert, so fallen in das Profil derjenigen, die in den Genuss der Vergünstigung kommen, meist nur Menschen, deren 27. Lebensjahr noch nicht vollendet ist. Studierende, die sich also erst am zweiten Bildungsweg für das Studium entschlossen haben oder aufgrund diversester Umstände länger als die Mindeststudiumszeit benötigen haben dann Pech gehabt.

Dass die Universität einen sozialen Lebensraum darstellt, wird von den führenden Kulturinstitutionen meist nicht wahrgenommen. Ebenso wenig wird die Universität als Ort für kulturelle Veranstaltungen genützt, obwohl doch gerade sie eine gesellschaftliche Schnittstelle verkörpert und das Bedürfnis der Studierenden nach leistbarer Kultur sehr groß ist.

Weiters problematisch ist die Subventionslage der subkulturellen Institutionen wie die PMK, Radio Freirad, Z6 usw. Doch gerade hier haben Studierende nicht nur die Möglichkeit, fernab vom kulturellen Mainstream Kultur zu konsumieren, sondern sich auch als Kulturschaffende zu betätigen. Dreht man diesen Institutionen den Geldhahn zu, verhindert man aktives kreatives Schaffen und hat somit die Aufgaben der Gesellschaft offensichtlich nicht verstanden.

ÖH-Arbeit bedeutet für die GRAS auch, dass Kooperationen mit den öffentlichen kulturellen Institutionen gefördert werden müssen, denn Studierende rutschen immer mehr in den Status einer gesellschaftlichen Randgruppe ab und nicht leistbare Kultur ist ein Indiz für diesen Vorgang.