Presseaussendung: PUFL-GRAS begrüßt Einrichtung eines Verteilerzentrums an der Uni-Innsbruck

Utl.: Ungenützte Räume an der Uni-Innsbruck als Verteilerzentrum für Flüchtlinge zu nutzen spricht für den humanitären Geist der Universität

Mit der am 22. Mai angekündigten Einrichtung eines Verteilerzentrums für Flüchtlinge am Studienstandort Technik der Leopold Franzens Universität Innsbruck, will sich die Plattform Unabhängiger Fachschaftslisten – Grüne & Alternative Student_innen (PUFL-GRAS) mit dem verantwortlichen Rektor_innen-Team solidarisieren. „Die Nutzung leerstehender Räume am Uni-Standort Technik als dringend benötigtes Verteilzentrum für Flüchtlinge, spricht für den humanitären Geist der Universität Innsbruck“, so die PUFL-GRAS Aktivistin Clara Lenz. „Das Engagement der Universität Innsbruck, diesen Menschen in Zeiten großer Ablehnung und dem Schüren von Angst und Hass zu helfen, ist für die PUFL-GRAS logischerweise mit vollem Herzen und Einsatz zu unterstützen.“

Derzeit befinden sich am Uni-Standort Technik mehrere Container, in welche die Bediensteten der Universität während diverser größerer Baumaßnahmen übersiedelten. Mit dem fast fertigen Abschluss dieser Bauarbeiten, steht nun eine große und ungenützte Fläche zur Verfügung, die nun einem guten Zweck gewidmet wird. Einzig einen Punkt hat Lenz noch zu kritisieren: „Ein ganz wichtiger Aspekt bei der Unterbringung der Flüchtlinge ist, dass die Container auch für ein würdiges Leben in diesen umgebaut werden. Laut der Universität finden in dieser Hinsicht schon Gespräche statt und wir hoffen auf ein bestmögliches Ergebnis.“

Während der Vorstoß der Universität zur Hilfe von Flüchtlingen stark begrüßt wird, so wird doch die Aussendung des Ring Freiheitlicher Student_innen Tirol (RFS) auf das Schärfste kritisiert. „Der Versuch, Student_innen, Flüchtlinge und das Rektor_innen-Team gegeneinander auszuspielen, ist menschenverachtend und zeugt vom rassistischen und xenophoben Gedankengut des RFS. Die Unterbringung der Flüchtlinge in diesen Container auch noch als ‚Missbrauch universitärer Infrastruktur‘ zu bezeichnen, lässt nur einmal wieder den faschistischen Charakter des RFS aufscheinen“, schließt Clara Lenz.

Ausgesendet an die Vertreter_innen der Presse am 26. Mai 2015

Presseaussendung: : PUFL-GRAS empört über „Sebastian Kurz Stipendien“ an Innsbrucker Unis

Inhaltslose Werbung für amtierenden Minister nicht tragbar

Die vergangenen Donnerstag in München angekündigten „Sebastian Kurz Stipendien“ für die Leopold Franzens Universität Innsbruck, Medizinische Universität Innsbruck und Management Center Innsbruck stellen für den Spitzenkandidaten der Plattform unabhängiger Fachschaftslisten – Grüne & Alternative Student_innen (PUFL-GRAS) Max Veulliet eine inhaltslose Werbung dar, die die Probleme von Student_innen aus Drittstaaten nicht nur falsch kontextualisieren sondern auch marginalisieren. „Die Finanzierung von Studiengebühren für einige Wenige aus Drittstaaten sind nur ein Tropfen auf dem heißen Stein der Diskriminierung von außereuropäischen Studierenden, die doppelte Studiengebühren von mehr als 700€ aufbringen müssen während sie gleichzeitig maximal nur 10 beziehungsweise 20 Stunden in der Woche arbeiten dürfen“, so Veulliet empört.

„Presseaussendung: : PUFL-GRAS empört über „Sebastian Kurz Stipendien“ an Innsbrucker Unis“ weiterlesen

Interview: „Innsbruck ist die Radhauptstadt Österreichs“

Wie sehen Sie die derzeitige Fahrrad-Situation in der Stadt Innsbruck?

Sonja: Was mich sehr freut ist, dass immer mehr Menschen auf das Fahrrad umsteigen, weil es einfach schnell, flexibel, gesund und nervensparend ist. Derzeit sind wir daran wichtige Achsen auf- und neu zu machen, wie etwa die Karwendel- und die Freiburgerbrücke. Auch eine Entlastung der von Radfahrenden viel befahrenen Museumsstraße entlang der Universitäts- und Dreiheiligenstraße ist geplant und wird natürlich vor allem Studierende an der SoWi zugutekommen.
Ingrid: Ich bin sehr glücklich mit der Landeshauptstadt, die ja laut VCÖ die Radfahrhauptstadt Österreichs ist. Das heißt, dass die Innsbruckerinnen und Innsbrucker verhältnismäßig so viel Rad fahren wie sonst nirgendwo, was ich insofern als sehr bewundernswert empfinde, da es relativ viel rauf und runter geht. Von Seiten des Landes haben wir das Radverkehrskonzept fertig gestellt, wo die unterschiedlichen Radverkehrsachsen nach Prioritäten und Frequenzstärke geordnet wurde und hier werden wir in guter Kooperation die Stadt Innsbruck bei der Planung und Finanzierung unterstützen. Wir haben eine sehr gute „Mein Fahrrad“-Koordinationsstelle vom Land Tirol die im engen Austausch mit den Verantwortlichen der Stadt Innsbruck steht, weil es natürlich auch herausfordernde Anschlüsse wie etwa von Völs auf Kranebitten gibt. Ein ganz großer Wunsch von uns ist die Radwegerschließung in Richtung Mutters/Natters. Durch die vielen Beteiligten ist das ein sehr großes Projekt, wo wir gerade dabei sind erste konkrete Schritte zu unternehmen, um noch mehr Menschen die Möglichkeit zu geben sicher in die Stadt zu radeln.
Sonja: Die Anschlüsse an das Innsbrucker Umland empfinde ich als eine sehr wichtige Geschichte. Auch wenn Mutters/Natters im ersten Moment vielleicht etwas kurios klingt, ist es beispielsweise mit einem Elektrorad mit links zu schaffen, allerdings müssen hier erst die nötigen, gesicherten Wege geschaffen werden. Dadurch erklärt sich natürlich auch der derzeit noch hohe Anteil an Autofahrenden auf dieser Strecke. Ein weiteres Projekt an dem wir gerade arbeiten ist die Verbindung in Richtung südöstliches Mittelgebirge, über Igls und Lans. Und diese Verbindungen sind sehr wichtig, damit es nicht nur innerhalb von Innsbruck, sondern auch in den Umlandgemeinden die Möglichkeit gibt sichere und gutausgebaute Radwege vorzufinden.

„Interview: „Innsbruck ist die Radhauptstadt Österreichs““ weiterlesen

PUFL-GRAS begrüßt Beschluss der Landesregierung zu Studierendenheim-Paket

Geld für W-LAN Ausbau und Wärmedämmung als Entlastung von studentischem Wohnen besser als nichts.
„Wir freuen uns, dass sich die Tiroler Landesregierung zur Förderung von Studierendenheimen entschlossen hat“, so Magdalena Friedrich, Spitzenkanditatin der grün- alternativen Studierenden an der Uni Innsbruck, erfreut. „Dass dies aber nur ein erster Schritt gegen die mehr als prekäre Wohnsituation von Studierenden darstellt, muss den Verantwortlichen klar sein“, betont Friedrich.
Durch das beschlossene Studierendenheim-Paket sollen sich die Wohnnebenkosten der Studierenden senken. „Anzumerken ist hier, dass der Großteil der Student_innen nicht in Studiedierendenheimen wohnen und so von dieser Maßnahme nicht profitieren können“, merkt Max Veulliet, Teil des Spitzenkanditat_innenteams, kritisch an. Es bedürfe konkreterer Schritte, wie der Schaffung von günstigerem Wohnraum, der Regulierung von Mietpreisen und Makler_innengebühren, sowie einer Erhöhung der Mietzinsbeihilfen für Studierende, so Veulliet abschließend.

Lernzone Neue Mensa – warum geht das schief?

Lernzone_fail_link

Es ist die Zeit im Jahr angebrochen, in der der Kampf um einen Platz auf der Bibliothek um 8 Uhr früh entschieden wird. Natürlich gibt’s dazwischen auch noch Plätze, aber der Zeitaufwand ist groß. Damit ist für mich die Zeit für einen Lokalaugenschein in der „Lernzone“ der ÖH Innsbruck gekommen. Und die ist – irgendwie hab ich das auch erwartet – leer. Die neuen Tische und Stühle im EG des Bruno-Sanders-Haus hingegen sind meist voll. Warum lockt die neue Mensa des Nachmittags dann nicht mehr Menschen an? Ich will versuchen das kritisch zu hinterfragen.

Infrastruktur
Ja sonderlich arbeits- und lernfreundlich ist die neue Mensa ja nicht. Dafür ist sie ja auch nicht eingerichtet worden. Im ganzen Saal sind ca. 6 Steckdosen. Ein durchschnittlicher Laptop ist nach 2h ladebedürftig. Und heutzutage braucht es einfach für Gruppenarbeiten und auch fürs Lernen Laptops. Kein Strom – kein Mensch. Mit vielen Multi-Steckern wäre es getan, hat auch kaum Investitionskosten. Versteh ich also nicht. Immerhin wurde das als DIE Lernzone beworben.

Lage
Mensch sollte meinen, die Neue Mensa liegt gut. Tut sie aber nicht. Räumlich ist sie nur für Menschen die auf Hauptuni und GeiWi studieren relevant – grad wenn mensch 1 – 2 LVen am Tag hat. Und dann hat sie a) keine Bücher im Haus b) kein gutes Café bzw. c) Imbiss.
Ja klar, das ist alles nur 5 Minuten entfernt, nur sind Studis keine Maschinen und auch bei mir unterbricht so ein kleiner Spaziergang meine Konzentration nachhaltig.

Uhrzeit
Believe it or not. Studis sind (offensichtlich?) KEINE Langschläfer_innen. Die Bibliotheken sind um 8:15 voll. Und wer regelmäßig flyert, weiß, dass zwischen 11 und 15 Uhr weitaus am meisten weggeht. Vormittags ist die Uni voller als Nachmittags. Das liegt an den LVen, aber nicht nur. Die Lernzone aber öffnet (offiziell) erst NACH dem Mittagessen. Da kommt auch keine_r mehr. Und die Menschen, die Nachts einen Arbeitsplatz brauchen haben auch kein Glück. Da ist schon wieder zu.

Gewöhnungseffekte, Bewerbung, Faulheit, Stille, etc
VLt gewöhnt es sich ein. Kann ja sein. Werden wir sehen?
Vlt wurde sie nicht genug beworben – aber das glaub ich nicht. Bei der Intensität mit der die ÖH ihre Erfolge verkaufen will, weißt vmtl auch jede_r Professor_in davon.
Studis sind faul – aber nicht so faul.
In der Lernzone ist es nicht leise – dieser Irrglaube wird sich halten!
Alle Gründe hier halte ich nicht für so relevant wie die ersten drei Absätze

Fazit:
Bei der Lernzone wurde mal wieder grad um 3 Schritte zu kurz gedacht.
A) Braucht es Laptop-Tauglichkeit
B) Ist die Bibliothek&Uni vmtl mehr als nur ein Lernort
C) Werden Stoßzeiten und wichtige Randzeiten genau NICHT abgedeckt

Im Endeffekt wir die Evaluation negativ sein und das Projekt eingestampft. Lernplätze sind auch Uni-Angelegenheit, wenigstens meiner Meinung nach. Aber mit dem Projekt hat sich die ÖH auch ihrer eigenen Argumentationsgrundlage entzogen. Schade!

Neuer Lebensraum für die geflügelten Mäuse der Nacht! :)

Endlich! 11 nigelnagelneue Häuser für Fledermausfamilien haben wir in den letzten Tagen an der Franz-Gschnitzer Promenade am Innrain aufgehängt. Schon bald zieht dort flatterndes Leben derNacht ein! 😉 Danke an Toni Vorauer und das Projekt „Natur findet Stadt!“ und danke auch an alle die bei der Aktion mitgeholfen haben, egal ob hämmernd, organisatorisch, oder als geistige Paten einer Fledermausfamilie! 😀

Nach dem die Vorsitzende Fledermaus der Maus&Flügel Kleintiergewerkschaft Friederike Flederzahn bei uns mit der Bitte vorstellig wurde die zukünftigen Behausungen ihrer Kolleg_innen noch ein bisschen zu verzieren, hat sich unser Fledermaushausaußenarchitekt mit einer Leiter und unseren Stickern an die Arbeit gemacht. Das Ergebnis für unsere pelzigen kleinen Freund_innen der Nacht kann sich sehen lassen!

Fledermauspenthäuser vom Feinsten!

widerständig und lebendig,

eure Pufl-Gras

 

 

 

fAlle2 OLYMPUS DIGITAL CAMERAAlle1kleiner OLYMPUS DIGITAL CAMERA OLYMPUS DIGITAL CAMERA OLYMPUS DIGITAL CAMERA OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Barrierefreier Zugang für alle Studierenden!

Das Studium wird heute durch eine Vielzahl von Faktoren erschwert. Zugangsbeschränkungen, Voraussetzungsketten oder Studiengebühren stellen für viele Studierende im Alltag eine große Hürde dar. Gleichzeitig reichen aber auch kleine und für viele Menschen teilweise unbewusste Dinge aus, um den Zugang zur freien Bildung maßgeblich zu erschweren.

Beim konkreten Fall etwa, ging es um den barriefreien Zugang für Menschen mit Behinderung auf der Katholisch-theologischen Fakultät Innsbruck. Aufgrund der alten Bausubstanz der universitären Gebäude mit ihren schweren Eingangstüren und den darauf noch zusätzlich angebrachten Glaskunstwerken, war es bislang vor allem für Menschen mit Gehbehinderung schwierig, teilweise sogar unmöglich die Gebäude selbstständig und ohne fremde Hilfe zu betreten. Zwar wurde vor geraumer Zeit im Eingangsbereich des Karl-Rahner-Platzes 1, indem sich die Büros und die Fachbibliothek befinden, ein automatischer Türöffnermechanismus samt Treppenlift für den barrierefreien Zugang zum Gebäude installiert. Auf der gegenüberliegenden Seite dem Gebäude des Karl-Rahner-Platzes 3, indem sich nicht nur die drei größten Vorlesungssäle, sondern auch mehrere kleinere Seminarräume befinden, fehlte ein solcher automatischer Türöffner jedoch bislang.

Deshalb wurde von uns als Pufl-Gras gemeinsam mit den betroffenen Studierenden der Emailverkehr mit der zuständigen Abteilung des Büros für Infrastruktur aufgenommen und eine für alle Seiten zufriedenstellende Lösung erreicht.

Noch im Dezember 2013 wurde der Einbau eines automatischen Türöffners in Auftrag gegeben und vergangene Woche erfolgte eine erste Vorort-Besichtigung mit dem Gebäudebesitzer BIG, dem Büro für Infrastruktur und den zuständigen Firmen. Dabei wurde zugesichert, dass der Einbau der automatischen Türöffnervorrichtung in Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt bis Beginn des Sommersemesters abgeschlossen werden soll. Des Weiteren wurde beschlossen, sämtliche Innentüren der Katholisch-theologischen Fakultät – ob zu Hörsälen, Madonnen- und Leopoldsaal oder auch zu anderen Büroräumen in Bezug auf ihre Zugkraft zu überprüften und die Türöffner so einzustellen, dass sie auf der einen Seite leichtgängig sind, aber auch andererseits jenen Anpressdruck haben, den der Brandschutz vorschreibt.

Durch diese Baumaßnahmen soll der barrierefreie Zugang zu sämtlichen Einrichtungen der universitären Gebäude sichergestellt werden.

Es zeigt sich also, dass durch Einsatz, Ausdauer und Dialogbereitschaft Erfolge erzielt werden können. Deshalb werden wir als PUFL-GRAS uns auch weiterhin für den barrierefreien Zugang zur Universität und für die Gleichberechtigung aller Studierenden einsetzen.

WIDERSTÄNDIG UND LEBENDIG,

EURE PUFL-GRAS

Wohnungslos in Innsbruck

 

AKTIV SEIN WIRKT! Sich einsetzen lohnt sich!Heute früh fand endlich der offizielle runde Tisch zum Thema wohnungslose Menschen an der Uni Innsbruck statt. (was bisher geschah: http://pufl-gras.at/) und wir waren dabei.

Neben der Vizerektorin Bockreis und Vizerektor Meixner waren außerdem Vertreter von Stadt und Land sowie erfreulich viele interessierte Studierende und auch Universitätsangestellte und betroffene Personen selbst anwesend.

In etwa 2 Stunden Diskussion wurde gewahr wie weit manche Positionen auseinander liegen, und wie schwierig es oft sein kann Menschen aus Verteidigungspositionen herauszulocken, und zu Lösungen und Ergebnissen zu kommen.

Nicht zuletzt dank der engagierten Vorarbeit in unzähligen Einzelgesprächen, Arbeitskreisen und Gremien, gibt es am heutigen Tag folgende Erfolge zu feiern:

– Es gibt eine mündliche Zusage des Vizerektorats, dass im Winter bei frierenden Temperaturen keine Menschen hinausgeworfen werden. Schade, dass das VR sich nicht traut öffentlich zu dieser Meinung zu stehen (es herrscht Angst „noch mehr solche Menschen anzulocken) – aber immerhin etwas.

– Das Verantwortlichkeiten hin und her schieben hat ein Ende! Es gibt eine mündliche Zusage des Sozialreferats der Stadt Innsbruck um etwa 35.000 € Die vorhandenen bezahlten Arbeitsstunden von Sozialarbeiter_innen in Innsbruck aufzustocken! Die zusätzliche bezahlte Arbeitszeit soll an der Universität stattfinden.

– Es gibt eine mündliche Zusage von Vizerektor Meixner studentische Projekte zu dieser Problematik auch finanziell zu unterstützen! Würden umsetzbare Konzepte eingereicht, ist der Vizerektor auch damit einverstanden studentische Mitarbeiterstellen (zB. Psychologie, aber auch andere denkbar) zu schaffen und zu bezahlen.

Festzuhalten bleibt, dass es schade ist, wieviel Angst in einer offenen Diskussion wie dem runden Tisch herrschte. Ein Großteil der aufgezählten Infos wurde erst im Einzelgespräch danach verlautbart (sind aber trotzdem nicht geheim ), weil in der großen Runde in erster Linie Verteidigung und Anschuldigung im Vordergrund stand.
Es sieht so aus, als wären die handelnden Personen selbst unter größtem Druck in diesen Dingen. Wir bleiben aktiv, um weiterhin etwas zu bewegen!

Widerständig und Lebendig,
deine Pufl-Gras!

Text vom 20.11.2013

„Psychisch, Physisch und sozial Verelendet“

 

obdachlos

 

Das waren die Worte die den Stein für uns erst so richtig ins Rollen brachten. Am 01.10.13 hatte das Vizerektorat für Infrastruktur alle Uniangehörigen in einem Rundschreiben darüber informiert, dass „psychisch, physisch und sozial Verelendete“ (gemeint waren wohnungslose) Menschen eine größer werdende Gefahr darstellten. Doch absofort wäre das Problem behoben, indem privates Sicherheitspersonal an der Uni aufgestockt – und mit der Instruktion versehen würde Ausweiskontrollen durchzuführen, alle unifremden Personen des Gebäudes zu verweisen, und den öffentlichen Raum „Universität“ zu gewissen Uhrzeiten einfach abzuriegeln. Ein kräftiger Schlag aus gleich mehreren Gründen in die Magengrube eines jeden einigermaßen aufgeklärt denkenden Menschen. Von der diskriminierenden und verallgemeinernden Formulierung, die aus der Mottenkister lang vergangener Zeiten zu stammen scheint, über die Intransparenz des Entscheidungsprozesses, fadenscheinigen und damals nicht belegten Argumenten bishin zur Maßnahme selbst schrie alles nach einer entschlossenen Reaktion. Und wir wurden aktiv.

 

Heute 50 Tage später, ist die Sache noch nicht vorbei, aber dank dem Einsatz vieler engagierter Menschen wurde bereits einiges erreicht:

  • Das Vizerektoran hat auf zahlreiche eingehende offene Briefe (einer davon von mir: hier) einen runden Tisch einberufen, in dem Uni, Stadt, Land, Studierende, und Menschen aus Obdachlosenverbänden und Notschlafstellen zusammen konstruktiv lösungsorientiert diskutieren können.
  • Die ÖH hat in der letzten Universitätssitzung einen Antrag der Pufl-Gras (mit leichten Abänderungen in einem Gegenantrag) angenommen, der einen weiteren öffentlichen runden Tisch für Studierende einberufen sollte, indem die ÖH ihre Position informiert bilden kann.
  • Dank inhaltlich fundierten Argumenten, Zahlen, Fakten, und viel Vorbereitung ist es uns gelungen in dieser Arbeitsgruppe eine gemeinsame Position zu erarbeiten, von Seiten der ÖH von nun an offiziell gegenüber der Uni vertreten wird:
    • Diese Position ist klar GEGEN eine Ausweisung unifremder Personen durch privates Sicherheitspersonal.
  • Um trotzdem etwas zu Verändern, aber eben lösungsorientiert trifft sich die Arbeitsgruppe weiterhin, und arbeitet alternative Lösungskonzepte wie aktives Streetworking an den Unistandorten, etc. Aus.
  • Und zu guter Letzt: Damit diese Forderungen nicht ins Leere laufen, haben wir unsere Kontakte zu Stadt und Land genutzt, dort Informationen gesammelt, und Forderungen positioniert. Hermann Weratschnig (Landtagsvizepräsident, Grüner Landtagsabgeordneter) sowie Ernst Pechlaner (Sozialreferent der Stadt Innsbruck) signalisieren Gesprächsbereitschaft, und werden unter anderem auch an dem runden Tisch des Vizerektorats morgen teilnehmen.

 

Alles in Allem muss man sich fragen, ob die aufgezählten Punkte auch ohne aufmerksame Menschen und deren Widerstand so verlaufen wären? Ich glaube daran, dass zumindest ein kleiner Teil davon, auch aufgrund dieses Engagements ANDERS gelaufen ist, als es die Dinge tun, wenn man ihnen erlaubt sich um sich selbst zu kümmern.
Die Sache ist noch nicht gegessen. Morgen um 8:30 sitze ich mit vielen andere an diesem runden Tisch. Menschen unterschiedlichster Ansichten werden darüber abstimmen, ob die Uni als gesellschaftlicher Akteur ihrer sozialen Verantwortung gerecht wird, oder Menschen ohne festen Wohnsitz im Winter durch Securities in den Schnee werfen lassen wird. Ich bin überzeugt davon, dass gute Argumente und Einsatz überzeugen werden können. Es klingt groß, aber unsere Gesellschaft entwickelt sich. So oder so. In Ungarn ist „Obdachlossein“ von der rechtsnationalen Orban-partei faktisch zu einer Straftat gemacht worden. In Österreich wird die Frage, wie wir mit der wachsenden Gruppe der Schwächsten der Gesellschaft umgehen lernen, gerade erst entschieden.

Wenn es uns nicht egal ist, müssen wir Einfluss darauf nehmen. Und deshalb machen wir weiter.

 

Widerständig und lebendig,

deine Pufl-Gras

 

Und dann fallen sie doch, die Bäume…

Im Sommer 2012 hatten wir von der PUFL-GRAS zum Unterstützen einer Unterschriftenaktion für die Rettung der Innpromenade eingeladen (http://www.rettedieinnpromenade.kilu.at/Rettet_die_Baeume/Willkommen.html). Im ÖH-Wahlkampf 2013 haben wir uns das auf die Plakate geschrieben. „Innpromenade retten“ hieß es da (https://pufl-gras.at/her-mit-lebensraum/).innpromenade_gr

Es ging um ein Projekt, welchem um die 24 Bäume und einiges an studentischen Freiräumen und Erholungsoasen zum Opfer fallen sollten. Es ging um eine Kanaloffensive, deren Zweck der Hochwasserschutz war. Es ging um ein Projekt, dessen Alternative der zugegebenermaßen teurere Bau am/unter dem Innrain gewesen wäre.

 Es geht um ein Projekt, das jetzt durchgeführt wird. Aber: nicht in der gleichen, zerstörerischen Weise wie ursprünglich geplant. Quasi: nur ein wenig zerstörerisch. (http://www.innsbruckinformiert.at/aktuelles-detail,pid,20,bid,1281006769,eid,1383938829.html)

 Wir wollen uns hiermit dazu äußern, weil wir glauben, dass jetzt still sein das falsche Signal wäre:

  • Wir glauben, dass es anders gehen hätte können. Das wäre aufwendiger und teurer gewesen, und deswegen ist es für eine Stadt wie Innsbruck vermutlich finanziell nicht zweckdienlich so eine Alternative zu wählen. Aber nicht alles lässt sich in Zahlen und Wert quantifizieren!
  • Es werden jetzt weitaus weniger Bäume geopfert werden müssen, es werden einige nachgepflanzt werden. Nach unseren Informationen allerdings nicht alle. Ein paar wertvolle Schattenspender und Wetterschutze werden uns also abgehen.
  • Die Grünflächen, die einen Erholungsraum für Studierende darstellen, sollen weitgehend benutzbar und unangetastet bleiben. Das finden wir gut. Es bleibt zu hoffen, dass das auch stimmt.
  • Fazit: Es wird weitaus weniger schlimm werden als das, was in Aussicht gestanden ist. Leider ist aber auch nicht die für uns beste Lösung gewählt worden.

Die Würfel sind also gefallen. Es wird nicht unsere Idealvorstellung umgesetzt werden, aber zumindest etwas womit wir um einiges besser Leben können, als mit der Anfangs ins Auge gefassten Massivabholzung und Totalsperre der Innpromenade. Dass von 59 Bäumen „nur“ 9 weichen, und von diesen 4 wieder angepflanzt werden, und die Innpromenade während der Bauarbeiten nicht gesperrt müssen wird ist zumindest ein kleiner Erfolg. Und man sieht einmal mehr: Widerstand verändert.

weiterhin
widerständig und lebendig
deine PUFL-GRAS