Presseaussendung: PUFL-GRAS begrüßt Einrichtung eines Verteilerzentrums an der Uni-Innsbruck

Utl.: Ungenützte Räume an der Uni-Innsbruck als Verteilerzentrum für Flüchtlinge zu nutzen spricht für den humanitären Geist der Universität

Mit der am 22. Mai angekündigten Einrichtung eines Verteilerzentrums für Flüchtlinge am Studienstandort Technik der Leopold Franzens Universität Innsbruck, will sich die Plattform Unabhängiger Fachschaftslisten – Grüne & Alternative Student_innen (PUFL-GRAS) mit dem verantwortlichen Rektor_innen-Team solidarisieren. „Die Nutzung leerstehender Räume am Uni-Standort Technik als dringend benötigtes Verteilzentrum für Flüchtlinge, spricht für den humanitären Geist der Universität Innsbruck“, so die PUFL-GRAS Aktivistin Clara Lenz. „Das Engagement der Universität Innsbruck, diesen Menschen in Zeiten großer Ablehnung und dem Schüren von Angst und Hass zu helfen, ist für die PUFL-GRAS logischerweise mit vollem Herzen und Einsatz zu unterstützen.“

Derzeit befinden sich am Uni-Standort Technik mehrere Container, in welche die Bediensteten der Universität während diverser größerer Baumaßnahmen übersiedelten. Mit dem fast fertigen Abschluss dieser Bauarbeiten, steht nun eine große und ungenützte Fläche zur Verfügung, die nun einem guten Zweck gewidmet wird. Einzig einen Punkt hat Lenz noch zu kritisieren: „Ein ganz wichtiger Aspekt bei der Unterbringung der Flüchtlinge ist, dass die Container auch für ein würdiges Leben in diesen umgebaut werden. Laut der Universität finden in dieser Hinsicht schon Gespräche statt und wir hoffen auf ein bestmögliches Ergebnis.“

Während der Vorstoß der Universität zur Hilfe von Flüchtlingen stark begrüßt wird, so wird doch die Aussendung des Ring Freiheitlicher Student_innen Tirol (RFS) auf das Schärfste kritisiert. „Der Versuch, Student_innen, Flüchtlinge und das Rektor_innen-Team gegeneinander auszuspielen, ist menschenverachtend und zeugt vom rassistischen und xenophoben Gedankengut des RFS. Die Unterbringung der Flüchtlinge in diesen Container auch noch als ‚Missbrauch universitärer Infrastruktur‘ zu bezeichnen, lässt nur einmal wieder den faschistischen Charakter des RFS aufscheinen“, schließt Clara Lenz.

Ausgesendet an die Vertreter_innen der Presse am 26. Mai 2015

Presseaussendung: : PUFL-GRAS empört über „Sebastian Kurz Stipendien“ an Innsbrucker Unis

Inhaltslose Werbung für amtierenden Minister nicht tragbar

Die vergangenen Donnerstag in München angekündigten „Sebastian Kurz Stipendien“ für die Leopold Franzens Universität Innsbruck, Medizinische Universität Innsbruck und Management Center Innsbruck stellen für den Spitzenkandidaten der Plattform unabhängiger Fachschaftslisten – Grüne & Alternative Student_innen (PUFL-GRAS) Max Veulliet eine inhaltslose Werbung dar, die die Probleme von Student_innen aus Drittstaaten nicht nur falsch kontextualisieren sondern auch marginalisieren. „Die Finanzierung von Studiengebühren für einige Wenige aus Drittstaaten sind nur ein Tropfen auf dem heißen Stein der Diskriminierung von außereuropäischen Studierenden, die doppelte Studiengebühren von mehr als 700€ aufbringen müssen während sie gleichzeitig maximal nur 10 beziehungsweise 20 Stunden in der Woche arbeiten dürfen“, so Veulliet empört.

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Presseaussendung: Mehr Martins als Professorinnen

PUFL-GRAS spricht sich lautstark gegen die strukturelle Diskriminierung von Frauen aus

„Ein Frauenanteil von 20% an Professor_innen an der Universität Innsbruck ist eine erschreckende Zwischenbilanz und wieder einmal ein Beweis für die strukturelle Diskriminierung von Frauen. An der Fakultät für Rechtswissenschaften gibt es gar mehr Lehrende mit dem Vornamen Martin, als es Professorinnen insgesamt gibt“, beklagt die Spitzenkandidatin der Plattform unabhängiger Fachschaftslisten – Grüne & Alternative Student_innen (PUFL-GRAS) Magdalena Friedrich, welche unter anderem Rechtswissenschaften studiert. Der feministische Grundgedanke sei fester Bestandteil der Fraktion. „Deshalb werden wir uns solange für Gleichbehandlung einsetzen, bis diese selbstverständlich ist und Frauenquoten nicht mehr nötig sind“, so Friedrich.

Unzählige Bereiche an der Universität sind männerdominiert, das bestätigt unter anderem ein Blick auf die Personalbesetzung. Von den insgesamt 17 Professor_innen die 2013 an der LFU berufen wurden, fiel der Frauenanteil mit 18% bescheiden aus. Trotz der Tatsache, dass europaweit deutlich mehr Frauen ihr Studium erfolgreich mit einem Hochschulabschluss abschließen und 54% aller Student_innen an österreichischen Hochschulen Frauen sind.

„Hier zeigt sich wieder einmal, wie viel Handlungsbedarf auch im Jahr 2015 noch besteht“, betont Friedrich. Dieses Erfordernis nach seriöser Mädchen- und Frauenförderung werde durch zahlreiche europaweite Studien bestätigt. „Gleichbehandlung muss mehr als ein bloßes Lippenbekenntnis sein. Die Hälfte der Welt gehört uns Frauen und nicht nur den Martins, Georgs und Michaels!“, so Friedrich abschließend.

Barrierefreier Zugang für alle Studierenden!

Das Studium wird heute durch eine Vielzahl von Faktoren erschwert. Zugangsbeschränkungen, Voraussetzungsketten oder Studiengebühren stellen für viele Studierende im Alltag eine große Hürde dar. Gleichzeitig reichen aber auch kleine und für viele Menschen teilweise unbewusste Dinge aus, um den Zugang zur freien Bildung maßgeblich zu erschweren.

Beim konkreten Fall etwa, ging es um den barriefreien Zugang für Menschen mit Behinderung auf der Katholisch-theologischen Fakultät Innsbruck. Aufgrund der alten Bausubstanz der universitären Gebäude mit ihren schweren Eingangstüren und den darauf noch zusätzlich angebrachten Glaskunstwerken, war es bislang vor allem für Menschen mit Gehbehinderung schwierig, teilweise sogar unmöglich die Gebäude selbstständig und ohne fremde Hilfe zu betreten. Zwar wurde vor geraumer Zeit im Eingangsbereich des Karl-Rahner-Platzes 1, indem sich die Büros und die Fachbibliothek befinden, ein automatischer Türöffnermechanismus samt Treppenlift für den barrierefreien Zugang zum Gebäude installiert. Auf der gegenüberliegenden Seite dem Gebäude des Karl-Rahner-Platzes 3, indem sich nicht nur die drei größten Vorlesungssäle, sondern auch mehrere kleinere Seminarräume befinden, fehlte ein solcher automatischer Türöffner jedoch bislang.

Deshalb wurde von uns als Pufl-Gras gemeinsam mit den betroffenen Studierenden der Emailverkehr mit der zuständigen Abteilung des Büros für Infrastruktur aufgenommen und eine für alle Seiten zufriedenstellende Lösung erreicht.

Noch im Dezember 2013 wurde der Einbau eines automatischen Türöffners in Auftrag gegeben und vergangene Woche erfolgte eine erste Vorort-Besichtigung mit dem Gebäudebesitzer BIG, dem Büro für Infrastruktur und den zuständigen Firmen. Dabei wurde zugesichert, dass der Einbau der automatischen Türöffnervorrichtung in Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt bis Beginn des Sommersemesters abgeschlossen werden soll. Des Weiteren wurde beschlossen, sämtliche Innentüren der Katholisch-theologischen Fakultät – ob zu Hörsälen, Madonnen- und Leopoldsaal oder auch zu anderen Büroräumen in Bezug auf ihre Zugkraft zu überprüften und die Türöffner so einzustellen, dass sie auf der einen Seite leichtgängig sind, aber auch andererseits jenen Anpressdruck haben, den der Brandschutz vorschreibt.

Durch diese Baumaßnahmen soll der barrierefreie Zugang zu sämtlichen Einrichtungen der universitären Gebäude sichergestellt werden.

Es zeigt sich also, dass durch Einsatz, Ausdauer und Dialogbereitschaft Erfolge erzielt werden können. Deshalb werden wir als PUFL-GRAS uns auch weiterhin für den barrierefreien Zugang zur Universität und für die Gleichberechtigung aller Studierenden einsetzen.

WIDERSTÄNDIG UND LEBENDIG,

EURE PUFL-GRAS

Unser kleiner Beitrag

In der Vorweihnachtszeit geht man gerne dem einen oder anderen Glühwein nach und folgt dabei den tiefen Blicken in jenes Glas, das einem dann und wann den Blick auf das weihnachtliche Aneinanderdenken versperrt. Billig und recht, wenn man diesem bereits vor Einschank bei Bezahlung oder freiwilliger Gabe an die Ausschenkenden Genüge getan hat. Die Pufl-Gras hat daher bei ihrer diesjährigen Glühweinausschank an die Philippinen gedacht und die Studierenden der Universität Innsbruck um ihren Beitrag gebeten.

585 Euro wurden so von den GlühweinstandbesucherInnen des PUFL-GRAS Glühweinstandes gespendet.

Das Geld ist auf den Philippinen mit Anfang Jänner eingelangt und wir dürfen berichten, dass davon in der Provinz Antique auf der Insel Palawan in den ersten Jännertagen Hilfslieferungen für den Wiederaufbau eingekauft und auch Direktzahlungen an die in der Region gemeldeten betroffenen Familien weitergegeben wurden.

DANKE!!!!!

Wohnungslos in Innsbruck

 

AKTIV SEIN WIRKT! Sich einsetzen lohnt sich!Heute früh fand endlich der offizielle runde Tisch zum Thema wohnungslose Menschen an der Uni Innsbruck statt. (was bisher geschah: http://pufl-gras.at/) und wir waren dabei.

Neben der Vizerektorin Bockreis und Vizerektor Meixner waren außerdem Vertreter von Stadt und Land sowie erfreulich viele interessierte Studierende und auch Universitätsangestellte und betroffene Personen selbst anwesend.

In etwa 2 Stunden Diskussion wurde gewahr wie weit manche Positionen auseinander liegen, und wie schwierig es oft sein kann Menschen aus Verteidigungspositionen herauszulocken, und zu Lösungen und Ergebnissen zu kommen.

Nicht zuletzt dank der engagierten Vorarbeit in unzähligen Einzelgesprächen, Arbeitskreisen und Gremien, gibt es am heutigen Tag folgende Erfolge zu feiern:

– Es gibt eine mündliche Zusage des Vizerektorats, dass im Winter bei frierenden Temperaturen keine Menschen hinausgeworfen werden. Schade, dass das VR sich nicht traut öffentlich zu dieser Meinung zu stehen (es herrscht Angst „noch mehr solche Menschen anzulocken) – aber immerhin etwas.

– Das Verantwortlichkeiten hin und her schieben hat ein Ende! Es gibt eine mündliche Zusage des Sozialreferats der Stadt Innsbruck um etwa 35.000 € Die vorhandenen bezahlten Arbeitsstunden von Sozialarbeiter_innen in Innsbruck aufzustocken! Die zusätzliche bezahlte Arbeitszeit soll an der Universität stattfinden.

– Es gibt eine mündliche Zusage von Vizerektor Meixner studentische Projekte zu dieser Problematik auch finanziell zu unterstützen! Würden umsetzbare Konzepte eingereicht, ist der Vizerektor auch damit einverstanden studentische Mitarbeiterstellen (zB. Psychologie, aber auch andere denkbar) zu schaffen und zu bezahlen.

Festzuhalten bleibt, dass es schade ist, wieviel Angst in einer offenen Diskussion wie dem runden Tisch herrschte. Ein Großteil der aufgezählten Infos wurde erst im Einzelgespräch danach verlautbart (sind aber trotzdem nicht geheim ), weil in der großen Runde in erster Linie Verteidigung und Anschuldigung im Vordergrund stand.
Es sieht so aus, als wären die handelnden Personen selbst unter größtem Druck in diesen Dingen. Wir bleiben aktiv, um weiterhin etwas zu bewegen!

Widerständig und Lebendig,
deine Pufl-Gras!

Text vom 20.11.2013

„Psychisch, Physisch und sozial Verelendet“

 

obdachlos

 

Das waren die Worte die den Stein für uns erst so richtig ins Rollen brachten. Am 01.10.13 hatte das Vizerektorat für Infrastruktur alle Uniangehörigen in einem Rundschreiben darüber informiert, dass „psychisch, physisch und sozial Verelendete“ (gemeint waren wohnungslose) Menschen eine größer werdende Gefahr darstellten. Doch absofort wäre das Problem behoben, indem privates Sicherheitspersonal an der Uni aufgestockt – und mit der Instruktion versehen würde Ausweiskontrollen durchzuführen, alle unifremden Personen des Gebäudes zu verweisen, und den öffentlichen Raum „Universität“ zu gewissen Uhrzeiten einfach abzuriegeln. Ein kräftiger Schlag aus gleich mehreren Gründen in die Magengrube eines jeden einigermaßen aufgeklärt denkenden Menschen. Von der diskriminierenden und verallgemeinernden Formulierung, die aus der Mottenkister lang vergangener Zeiten zu stammen scheint, über die Intransparenz des Entscheidungsprozesses, fadenscheinigen und damals nicht belegten Argumenten bishin zur Maßnahme selbst schrie alles nach einer entschlossenen Reaktion. Und wir wurden aktiv.

 

Heute 50 Tage später, ist die Sache noch nicht vorbei, aber dank dem Einsatz vieler engagierter Menschen wurde bereits einiges erreicht:

  • Das Vizerektoran hat auf zahlreiche eingehende offene Briefe (einer davon von mir: hier) einen runden Tisch einberufen, in dem Uni, Stadt, Land, Studierende, und Menschen aus Obdachlosenverbänden und Notschlafstellen zusammen konstruktiv lösungsorientiert diskutieren können.
  • Die ÖH hat in der letzten Universitätssitzung einen Antrag der Pufl-Gras (mit leichten Abänderungen in einem Gegenantrag) angenommen, der einen weiteren öffentlichen runden Tisch für Studierende einberufen sollte, indem die ÖH ihre Position informiert bilden kann.
  • Dank inhaltlich fundierten Argumenten, Zahlen, Fakten, und viel Vorbereitung ist es uns gelungen in dieser Arbeitsgruppe eine gemeinsame Position zu erarbeiten, von Seiten der ÖH von nun an offiziell gegenüber der Uni vertreten wird:
    • Diese Position ist klar GEGEN eine Ausweisung unifremder Personen durch privates Sicherheitspersonal.
  • Um trotzdem etwas zu Verändern, aber eben lösungsorientiert trifft sich die Arbeitsgruppe weiterhin, und arbeitet alternative Lösungskonzepte wie aktives Streetworking an den Unistandorten, etc. Aus.
  • Und zu guter Letzt: Damit diese Forderungen nicht ins Leere laufen, haben wir unsere Kontakte zu Stadt und Land genutzt, dort Informationen gesammelt, und Forderungen positioniert. Hermann Weratschnig (Landtagsvizepräsident, Grüner Landtagsabgeordneter) sowie Ernst Pechlaner (Sozialreferent der Stadt Innsbruck) signalisieren Gesprächsbereitschaft, und werden unter anderem auch an dem runden Tisch des Vizerektorats morgen teilnehmen.

 

Alles in Allem muss man sich fragen, ob die aufgezählten Punkte auch ohne aufmerksame Menschen und deren Widerstand so verlaufen wären? Ich glaube daran, dass zumindest ein kleiner Teil davon, auch aufgrund dieses Engagements ANDERS gelaufen ist, als es die Dinge tun, wenn man ihnen erlaubt sich um sich selbst zu kümmern.
Die Sache ist noch nicht gegessen. Morgen um 8:30 sitze ich mit vielen andere an diesem runden Tisch. Menschen unterschiedlichster Ansichten werden darüber abstimmen, ob die Uni als gesellschaftlicher Akteur ihrer sozialen Verantwortung gerecht wird, oder Menschen ohne festen Wohnsitz im Winter durch Securities in den Schnee werfen lassen wird. Ich bin überzeugt davon, dass gute Argumente und Einsatz überzeugen werden können. Es klingt groß, aber unsere Gesellschaft entwickelt sich. So oder so. In Ungarn ist „Obdachlossein“ von der rechtsnationalen Orban-partei faktisch zu einer Straftat gemacht worden. In Österreich wird die Frage, wie wir mit der wachsenden Gruppe der Schwächsten der Gesellschaft umgehen lernen, gerade erst entschieden.

Wenn es uns nicht egal ist, müssen wir Einfluss darauf nehmen. Und deshalb machen wir weiter.

 

Widerständig und lebendig,

deine Pufl-Gras

 

HER MIT LEBENSRAUM

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*Freie Uniräume nutzbar machen

Das Studium und die Uni stellen für viele von uns den Lebensmittelpunkt da. Platzmangel ist leider Alltag an der Uni. Dabei gibt es Räume und Orte die Student_innenzur Verfügung gestellt werden könnten. Wir wollen diese nutzbar machen.

*Innpromenade retten, Hofgarten öffnen

Die Innpromenade stellt besonders für Student_innen der Geiwi, des CCB und der Hauptuni eine Oase abseits von Stress dar. Sie muss für uns Student_innen erhalten bleiben. Außerdem fordern wir eine Öffnung des Hofgartens als konsumzwangfreien Aufenthaltsort.

*Bäume statt Beton

Beton bildet keinen würdigen Lebensraum, auch nicht für uns Student_innen. Grünflächen und Bäume machen einen Nutzraum zum Lebensraum, und ermöglichen Erholung und Wohlgefühl.

Anno 2012: Politisches Engagement ist unumgänglich.

Im Manifest der weltweiten Bewegung “Echte Demokratie jetzt” heißt es: “Die Demokratie gehört den Menschen, wobei die Regierung aus jedem/jeder Einzelnen von uns besteht.” 

Demokratie kann nicht länger bedeuten, sich auf allen Ebenen dem Diktat (gewählter) Autoritäten zu unterwerfen. So soll das geforderte politische Engagement möglichst emanzipatorisch gelten, denn politisch zu sein bedeutet nicht zwingend, einer Partei beizutreten oder diese auch nur zu wählen. Es heißt, Verantwortung gegenüber der Gesellschaft und der Umwelt zu übernehmen, sich eine Meinung zu bilden und dazu aktiv Stellung zu beziehen. Jede Ungerechtigkeit muss ausgedrückt und jede Verletzung der Menschenrechte angeprangert werden. Indem man jedoch schweigt, nimmt man Stellung, überlässt das Feld jenen, die das politische System nur als Weg zur persönlichen Machtmehrung sehen.

So muss man die derzeitige Form der Demokratie fast als unzureichend ansehen. Hier werden Formen von außerparteilichem, wohlgemerkt friedlichem politischen Engagement nicht nur erschwert, sondern wie im Fall des Tierschutz-Prozesses sogar strafrechtlich verfolgt.

Gefordert ist echte Solidarität und verantwortungsvoller Umgang mit der Umwelt. Autoritäre Strukturen jeder Art sind nur ein notwendiges Übel in einer Gesellschaft, die sich noch nicht ausreichend emanzipiert hat, die noch nicht zum selbstständigen Handeln bereit ist.

“Jeder hat Pflichten gegenüber der Gemeinschaft, in der allein die freie und volle Entfaltung seiner Persönlichkeit möglich ist.” (aus der Allgemeine Erklärung der Menschenrechte)

Entkriminalisierung von Cannabis

Wir stellen uns die Entkriminalisierung der CannabiskonsumentInnen als ersten Schritt einer fortschrittlichen Drogenpolitik vor.

Die Legalisierung von Cannabis ist die logische Folge daraus, da diese viele Vorteile für die KonsumentInnen. Die Abgabe von Cannabis soll unserer Vorstellung nach staatlich geregelt sein.

Illegalität hat – laut einer australischen Studie – keine wesentlich erkennbaren Auswirkungen auf die Anzahl der KonsumentInnen, beziehungsweise auf die Konsumgewohnheiten. Die legale, staatlich geregelte Cannabisabgabe würde dementsprechen nicht zu einer Vergrößerung der Anzahl von KonsumentInnen führen.

In unserer Vision gibt es Konzessionen für Gewerbetreibende, die Cannabis in sogenannten Coffeshops oder Smart Shops verkaufen dürfen. Auch in der Trafik soll Cannabis gekauft werden können.

Die gesetzliche Altersgrenze soll – wie im Falle von Alkohol und Nikotin auch- 16 Jahre betragen. Weiters soll privater Anbau sowie Verkauf (bis 5g) möglich sein, oder zumindest toleriert werden. Die gesamte gesetzliche Regelung soll aus dem Strafrecht entfernt werden und diverse Vergehen in unserem Modell soll im Zivilrecht verankert werden.

Zusammengefasst bedeutet das: straffreier Konsum, straffreier Besitz und straffreier Anbau für Eigenkonsum mit einer Höchstgrenze.

Die Aufklärung der Menschen über Cannabis muss diesem Modell vorangehen, denn wenn weiterhin irgendwelche Gerüchte und falsche Informationen die öffentliche Meinung bestimmen, wird dieses Modell nicht zu verwirklichen sein. Deshalb sehen wir unsere Aufgabe darin die Menschen über Cannabis zu informieren.

Wird die Vision nun weitergesponnen und wir gehen von selbstbestimmten, mündigen Individuen aus, die selber aufgrund von reflektiertem Wissen handeln, kann mensch die Freigabe aller Drogen fordern, da ja die Menschen dann wissen wie sie damit umgehen müssen- aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg.