Kritisches Denken fällt dem Sparstift des neuen Vizerektors zum Opfer

Unter dem neuen Vizerektor für Lehre und Studierenden wird ein weiterer wichtiger Teil selbstbestimmten Studierens wegrationalisiert. Nachdem letztes Jahr bereits der selbstverwaltete Geiwimax-Raum zugesperrt wurde und bis heute ungenutzt blieb, strich dieser jetzt auch das Budget der Kritische Uni Innsbruck. Die damit eingesparte Summe ist alles andere als üppig, was die Vermutung nahe legt, dass damit nur wieder ein Schritt in Richtung marktkonformer Einheitsstudis gesetzt werden sollte. Die von der AktionsGemeinschaft Innsbruck geführte Österreichische HochschülerInnenschaft Innsbruck sieht erneut tatenlos zu wie die Mitsprache und Gestaltungsmöglichkeiten von Studierenden weiter eingeschränkt werden. 

Wir unterstützen die Forderung der Kritischen Uni nach mehr Einfluss für Studierende auf den Inhalt ihres Studiums und fordern das Vorsitzteam der ÖH Innsbruck auf, endlich aktiv zu werden und sich nicht wiederholt selbst zu delegitimieren. Eine Petition für den Erhalt der Kritischen Uni findet ihr hier: https://www.openpetition.de/petition/online/rettet-die-kritische-universitaet-innsbruck

Presseaussendung: : PUFL-GRAS empört über „Sebastian Kurz Stipendien“ an Innsbrucker Unis

Inhaltslose Werbung für amtierenden Minister nicht tragbar

Die vergangenen Donnerstag in München angekündigten „Sebastian Kurz Stipendien“ für die Leopold Franzens Universität Innsbruck, Medizinische Universität Innsbruck und Management Center Innsbruck stellen für den Spitzenkandidaten der Plattform unabhängiger Fachschaftslisten – Grüne & Alternative Student_innen (PUFL-GRAS) Max Veulliet eine inhaltslose Werbung dar, die die Probleme von Student_innen aus Drittstaaten nicht nur falsch kontextualisieren sondern auch marginalisieren. „Die Finanzierung von Studiengebühren für einige Wenige aus Drittstaaten sind nur ein Tropfen auf dem heißen Stein der Diskriminierung von außereuropäischen Studierenden, die doppelte Studiengebühren von mehr als 700€ aufbringen müssen während sie gleichzeitig maximal nur 10 beziehungsweise 20 Stunden in der Woche arbeiten dürfen“, so Veulliet empört.

„Presseaussendung: : PUFL-GRAS empört über „Sebastian Kurz Stipendien“ an Innsbrucker Unis“ weiterlesen

Interview: „Wissenschaftliche Erkenntnis muss für alle verfügbar sein“

Wie schätzen sie die realpolitischen Entwicklungen des Bologna-Prozesses ein? Was hat sich wirklich ergeben?

Wie eigentlich zu erwarten gewesen wäre, haben sich die Studierenden schneller verändert als die Professoren und Professorinnen. Es ist tatsächlich so, dass jetzt relativ viele Studierende ihren Bachelor-Abschluss machen und etwa die Hälfte davon macht darauf den konsekutiven Master an der Uni Innsbruck. Früher mussten die Studierenden das Diplom-Studium abschließen, ansonsten wären sie mit leeren Händen dagestanden. Jetzt sagt man: Okay, du beendest deinen Bachelor, den du vielleicht eher zu einem Abschluss bringst und dann überlegst du dir, ob du den konsekutiven Master beziehungsweise einen anderen Master machst, wenn du nicht gar an eine andere Uni gehst oder in die Arbeitswelt einsteigst, wo du in eine Weiterbildung, einen Lehrgang kommst. An der Uni Wien ist es anscheinend sogar so, dass 50 Prozent aller Bachelor-Absolvent_innen einen Weiterbildungsmaster machen, der ein paar Semester gehen kann und in ganz spezielle Berufe führt. Diese Weiterbildungsschiene, die auch an der Uni Innsbruck immer größer wird, ist auf jene Leute zugeschnitten, die einen Bachelor gemacht haben, Arbeiten waren und sich dann weiterbilden wollen. Anstatt zwei Jahre einen Master an der Uni zu machen, gehen sie dann in einen berufsbegleitenden Weiterbildungslehrgang, von denen auch ein paar mit einem Master-Abschluss oder einen kürzerem Abschluss enden. Meine Erwartung ist, und dies zeigen die Zahlen auch, dass die Leute nach dem Bachelor sagen, dass sie jetzt einen Abschluss haben und sich dann überlegen, wie es weiter geht. Für mich war die Überlegung einen Bachelor einzuführen im Prinzip sehr positiv, weil ich eben in dem damalige System gesehen habe, dass viele Leute im Diplom-Studium, sei es bei der Diplom-Arbeit, scheitern. Die Abschlussquote ist gering. Bei uns ist sie bei 50 Prozent. Das ist nicht sehr hoch und wenn man denkt, dass 50 Prozent aller Leute nicht abschließen, dann ist dies keine Auszeichnung für ein Bildungssystem. Durch den Bachelor ist es leichter einen Abschluss zu bekommen und sich neu zu orientieren. Das war für mich eine der grundlegenden Überlegungen.

„Interview: „Wissenschaftliche Erkenntnis muss für alle verfügbar sein““ weiterlesen

Presseaussendung: PUFL-GRAS fordert ein Ende des Scheuklappendenkens der Innsbrucker Wirtschaftsstudien

Es braucht mehr Pluralismus an der Fakultät für Volkswirtschaft der Universität Innsbruck

Großen Aufholbedarf ortet die Plattform unabhängiger Fachschaftslisten – Grüne & Alternative Student_innen (PUFL-GRAS) bei den Wirtschaftsstudien der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck. „Die Einseitigkeit mit der in Innsbruck Wirtschaftswissenschaft gelehrt wird ist erschütternd“, so Magdalena Friedrich, Spitzenkandidatin der PUFL-GRAS. „Vizerektor Psenner und Dekanin Weck-Hannemann müssen endlich von ihrem Scheuklappendenken abkommen.“ Ein System zu lehren das weder in der Lage war die Krise vorherzusagen, noch im Nachhinein zu analysieren sei nicht zukunftsfähig. „Es würde auch niemand ein Politikstudium ernstnehmen das nur den Marxismus behandelt.“

Friedrich fordert eine vermehrte Anstellung von Lehrenden und Forschenden, die theoretische und methodische Vielfalt in die Studiengänge der Ökonomie bringen. „Nur so kann den Studierenden das nötige Wissen vermittelt werden, um Prämissen hinterfragen zu können und sich kritisch mit dem derzeitigen System auseinanderzusetzen“, findet die Spitzenkandidatin. Derzeit würde fast ausschließlich die Mainstream-Ökonomie gelehrt werden, in der die Umwelt als Störfaktor und Wachstum als Allheilmittel angesehen wird. „Das Studium der Wirtschaftswissenschaften soll die Studierenden auf drängende Fragen der modernen Gesellschaft vorbereiten. Das sehen wir derzeit in Innsbruck leider nicht gegeben“, hält Magdalena Friedrich abschließend fest.

Interview: „Universitäten existieren nicht in einem Vakuum“

Wie hat Ihnen Ihr erstes Semester an der LFU Innsbruck gefallen?

Ich hatte einen super Anfang in Innsbruck. Ich war schon einmal hier, vor sechs Jahren hatte ich einen Lehrauftrag, daher kannte ich die Stadt und die Uni ein bisschen. Dieser Lehrauftrag war sehr zufriedenstellend, ich war mit den Studierenden zufrieden, ich hatte den Eindruck sie sind sehr motiviert und involviert. Und dieses Mal war es genauso, ich hatte einen super Anfang, die Kollegen waren sehr nett, freundlich und entgegenkommend, der Winter war mild, das Essen schmeckt mir und ich schlafe gut, also ideal.

Welchen Eindruck konnten Sie in dieser Zeit von dem Geschlechter-Verhältnis an der LFU Innsbruck gewinnen?

„Interview: „Universitäten existieren nicht in einem Vakuum““ weiterlesen

Unser Statement zur Räumung des ‪#‎unibrennt‬- Raums

Im Zuge der Hörsaalbesetzung 2009 an der Fakultät für Sozial- und Wirtschaftswissenschaften der Universität Innsbruck entstand im Geiwi-Turm ein autonomer, selbstverwalteter Studierendenraum, der von der #unibrennt-Bewegung seit fünf Jahren betreut wird und allen Studierenden als Aufenthalts- und Lernraum sowie vor allem als Freiraum zur Entfaltung studentischer Kreativität und Kritikfähigkeit zur Verfügung steht. Davon profitiert auch das ebenfalls aus der Besetzung entstandene Projekt namens Kritische Universität, in welchem Studierende kritische Lehrveranstaltungen selbst organisieren, die in der Studierendenschaft sehr beliebt und daher immer ausgebucht sind.

Der #unibrennt-Raum, wegen seiner Lage und in Anspielung auf die Audimax-Besetzung in Wien auch GeiWimax genannt, wird von den Studierenden rege genutzt. So fanden Lerngruppen, Workshops, Vorträge, Symposien, Lesegruppen, Filmvorführungen usw. dort statt. Die Studierenden verfügen mit dem Geiwimax über einen Raum, der eine Atmosphäre abseits von Konsummentalität und ständiger Berieselung durch Werbung schafft. Selbstverwaltete Räume bieten natürlich auch die Möglichkeit zur Zweckentfremdung – so wurde der Raum manchmal auch für Projekte außerhalb des Uni-Kontextes genutzt. Dies wird nun von Seiten der Unileitung als Argument für die Schließung des Raumes benutzt. Auch die ÖVP-nahe Studierendenfraktion AktionsGemeinschaft setzt sich aktiv für eine Zerstörung des Raumes ein, um einen sterilen Ort zu schaffen, der Kreativität im Keim erstickt und Konformität fördert.

Da ohnehin ein Mangel an selbstverwalteten Räumen an der Uni Innsbruck besteht (der Raum ist der letzte seiner Art), sprechen wir als PUFL-GRAS uns für den Erhalt dieses Raumes aus und solidarisieren uns mit den Studierenden, die unter dem Namen #unibrennt aktiv sind und sich für die Kritische Universität und für selbstverwaltete Räume engagieren!

Lassen wir uns durch die Bildungsökonomisierung nicht entmenschlichen und bleiben
widerständig und lebendig!

Deine PUFL-GRAS

Grüne Studierende skeptisch gegenüber neuem Studiengang in Lienz

Presseaussendung: Forderung nach Bildung statt Ausbildung

Innsbruck. Die Fraktion der Grünen und alternativen Studierenden an der Universität Innsbruck (PUFL-GRAS) zeigt sich skeptisch gegenüber den Plänen von Landeshauptmann Günther Platter sowie den zuständigen Stellen an Universität Innsbruck und UMIT, in Zukunft in Lienz einen Bachelor-Studiengang für Mechatronik anzubieten. Grundsätzlich sei es zu begrüßen, dass durch dislozierte Studiengänge für mehr Menschen die Möglichkeit besteht, ein Studium aufzunehmen. Doch auch kritische Aspekte müssten beachtet werden. „Es ist leider bezeichnend für die Bildungslandschaft in Tirol, dass nur ein Studiengang angboten wird, für den es Bedarf gebe. Hier wird bildungspolitisch abermals wieder nur auf den Arbeitsmarkt reagiert statt vorausgedacht,“ so Max Veulliet im Namen der PUFL-GRAS.

Ein Studium beinhalte für die PUFL-GRAS immer auch eine gewisse Wahlfreiheit der Studienfächer. „Dies ist in Osttirol so im Moment leider nicht gegeben. Ein Hochschulstudium muss mehr sein als nur ein Wiederkauen von vorgegebenen Inhalten. Bildung statt Ausbildung,“ fordert Veulliet abschließend.

 

auch in den Medien: http://www.kleinezeitung.at/k/kaernten/osttirol/peak_osttirol/4667839/Lienz_Fur-Grune-Studierende-ist-Lehrgang-kein-Wurf

Unsere Redebeitrag zur Trauerfeier um das Wissenschaftsministerium

Liebe Trauergemeinde, liebe Studierende,

Die Eingliederung des Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung ins Wirtschaftsministerium stellt den bisherigen Tiefpunkt der österreichischen Uni-Politik dar. Als PUFL-GRAS und als Studierende werden wir das nicht Widerspruchslos hinnehmen.

Die Regierung und politischen Parteien bekennen sich stets zur Hochschulbildung. Aber die Bildungspolitik der letzten Jahre zeugt von der immer größeren Exkludierung vom größten Teil der Bevölkerung, einer Elitenbildundung, von einem Fokus auf Marktkonformität und Verwertbarkeit

Begonnen hat es mit der Einführung der Studiengebühren und den UG 2002 durch die Schwarz-Blaue-Koalition. Finanzschwachen Menschen wurde der Zugang zur freien Bildung vehement erschwert. Die Kluft zwischen Arm und Reich wuchs noch weiter und wurde einbetoniert.

Mit Bologna kam die Verschulung. Pflichtfächer, Anwesenheitspflicht und Voraussetzungsketten. Besonders im Bereich der Geisteswissenschaften geht es nur mehr um Scheine, Scheine, Scheine. Selbstständiges Denken ist unerwünscht.

Mit Töchterle versuchte die ÖVP die Universitäten noch weiter zu einem Unternehmen verkommen zu lassen. Aus den wahnwitzigen Ideen von „autonomen Studiengebühren“ wurde ein Verfassungsbruch, aus der überbürokratischen Voranmeldung wurde ein Flopp.

Leittragende sind nicht nur wir Studierende, sondern auch alle Angestellten bis hinauf zum Rektorat. Über Leistungsvereinbarungen und Mangelwirtschaft wurden sie zur Umsetzung genannter Maßnahmen gezwungen.

Der jetzt unterschriebene Koalitionsvertrag bedeutet vor allem eines: BILDUNGSÖKONOMISIERUNG. Beschränkung der Studienplätze, kein zusätzliches Geld und der Einfluss der Wirtschaft über Drittmittel. Das ist Neoliberalismus in Reinform!

Die Folgen einer solchen Politik: Wirtschaftskrisen, der gravierende Anstieg der Arbeitslosigkeit, vor allem unter jungen Menschen und eine Vergrößerung der sozialen Armut. Die Stimmenzuwächse rechtspopulistischer und nationaler Parteien und der Anstieg des Rassismus in Europa folgen auf dem Fuß.

Während andere Staaten versuchen dieser gesellschaftlichen Entwicklung mittels freier und allen zugänglicher Bildung entgegen zu wirken betreiben SPÖ/ÖVP eine Bildungspolitik der Visionslosigkeit, Elitenbildung und Ausgrenzung.

Die Bildung soll rein dem Ideal der Nutzmaximierung, rein an Arbeitsmarktinteressen ausgerichtet werden. Die individuelle Entwicklung jedes und jeder Einzelnen soll nicht nur erschwert, sondern vollständig der Logik des Marktes angepasst wird. Bildung soll einzig und allein nur mehr der Anhäufung von Kapital dienen.

Bildung ist jedoch mehr. Bildung ermöglicht Menschen ihr gegebenes Potenzial in allen Bereichen der Gesellschaft abzurufen. Bildung ermöglicht es Menschen, egal welcher Herkunft, welcher Religion oder politischen Einstellung sich aktiv einzubringen und gesellschaftliche Differenzen zu überwinden. Bildung ermöglicht es sich selbst zu verwirklichen und auch Interessen abseits des Marktes zu berücksichtigen. Bildung trägt zu einer vielfältigen und lebenswerten Gesellschaft bei.

Wir als Pufl-GRAS wollen daher ein aktives Zeichen setzen:

Freie und allen zugängliche Bildung,

Für das Bekenntnis zur Hochschulpolitik

Für die Ausfinanzierung der Universitäten

Für ein eigenes Wissenschaftsministerium

Für eine bunte, vielfältige Universität und Gesellschaft ohne Ausgrenzung und Rassismus

WIDERSTÄNDIG UND LEBENDIG,

EURE PUFL-GRAS

 

HER MIT LEBENSRAUM

rahmenflyer.indd

*Freie Uniräume nutzbar machen

Das Studium und die Uni stellen für viele von uns den Lebensmittelpunkt da. Platzmangel ist leider Alltag an der Uni. Dabei gibt es Räume und Orte die Student_innenzur Verfügung gestellt werden könnten. Wir wollen diese nutzbar machen.

*Innpromenade retten, Hofgarten öffnen

Die Innpromenade stellt besonders für Student_innen der Geiwi, des CCB und der Hauptuni eine Oase abseits von Stress dar. Sie muss für uns Student_innen erhalten bleiben. Außerdem fordern wir eine Öffnung des Hofgartens als konsumzwangfreien Aufenthaltsort.

*Bäume statt Beton

Beton bildet keinen würdigen Lebensraum, auch nicht für uns Student_innen. Grünflächen und Bäume machen einen Nutzraum zum Lebensraum, und ermöglichen Erholung und Wohlgefühl.

HER MIT DEMOKRATIE

rahmenflyer.indd

*Innsbrucker Studienvertretungen stärken

Studienvertreter_innen engagieren sich an der Basis und wissen um die spezifischen Probleme im Studium. Sie dürfen nicht durch bürokratische Hürden und fehlende Unterstützung behindert werden. Wir wollen die demokratisch gewählten Studienvertretungen wieder stärken!

*Absolute Mehrheiten brechen

Demokratie lebt von Vielfalt. Im Moment diktieren wenige Personen einer einzigen Fraktion ohne Diskussion und Rückfragen die Geschicke der gesamten ÖH. Wir wollen diese Mehrheit brechen und wieder einen Wettbewerb der besten Ideen entfachen.

*Transparenz für deinen ÖH-Beitrag

Weißt du wieviel die Unterschriftenaktion der ÖH gekostet hat? Die Ausschreibung belief sich auf 100.000€. Die ÖH muss zeitnah und transparent über den Umgang mit deinen ÖH-Beiträgen informieren. Wir tun das.